Guides: Roland und Christoph

Teilnehmer: Werner, Michael, Uli, Martin, Sandra und Karsten

Bericht: Sandra und Michael

Startschuss für die Mountainbiketouren rund um Livigno war für die meisten Teilnehmer am Mittwoch, den 27.06.2018 frühmorgens in Landshut. Inklusive der Nachzügler die am Donnerstag und Freitag in Livigno eintrafen waren wir zu acht unterwegs.

Basis für unsere Touren war ein perfekt auf Radler eingerichtetes Hotel Paradiso im italienischen Livigno mit hervorragender Küche, Sauna und Whirlpool.

Am Mittwoch stand noch eine kleine Aufwärmtour auf dem Programm. Nachdem wir uns nach der langen Anreise im Hotel bei einem leckeren Mittagessen gestärkt hatten ging es im Liftgebiet erst einmal die Forststraße steil und etwas trostlos hinauf bis zur Bergstation. Dort bogen wir dann erst auf einen Forstweg und dann auf einen wunderschönen Flowtrail ab, der sich immer bergauf bergab am Hang entlang schlängelte, immer die schneebedeckten Berge der Brenta im Blick, bis der Trail in das Valle della Mine, ein Seitental des Livigno Hochtals mündete. Blutrote Hänge, bewachsen mit unzähligen Bergrosen und Altschneefelder wechselten sich in diesem malerischen Tal ab. Mehrmals mussten wir absteigen um Lawinenkegel zu übertragen, die sich hier bis in den Juli gehalten hatten. Über einem kleinen Trail erreichten wir Ponte d´Al und radelten einem Trail folgend das Haupttal von Livigno entlang wieder zurück zu unserem Hotel.

Am Donnerstag in der Früh ging es erst einmal gemütlich den Lago die Livigno entlang bevor wir auf steilem Forstweg dem Passo di Alpisella entgegen strampelten. Ein kleiner Fuchs begleitete uns ca. einen halben Kilometer den Pass hinauf und versüßte uns damit die Anstrengungen. Am Passo di Alpisella angekommen begann eine rasante Abfahrt zum Lago di San Giacomo. Von dort aus folgten wir einem Singletrail mit teils etwas exponierten Stellen und erreichten kurze Zeit später die Alp Mora, die schon auf Schweizer Boden steht und machten dort eine kleine Kaffee- und Suppenrast. Das Wetter war etwas fragwürdig und so entschied ein Teil der Gruppe, den kurzen Weg zurück zum Lago Giacomo zu nehmen während sich der Rest vom Wetter nicht abschrecken ließ und den Weg über den Passo Gallo in Angriff nahm. Bis auf einen Miniregenschauer hielt sich das Wetter und so wurde die Gruppe mit einem landschaftlich begeisternden Flowtrail durch einen Krüppelkiefernwald und entlang einer tiefen Schlucht belohnt.  Zurück ging es vom Lago Giacomo über den Passo die Val Trela und das Val Pila nach Livigno. Auch hier musste das ein oder andere Schneefeld überquert werden. Zurück im Hotel entspannten sich die meisten im hauseigenen Wellnessbereich.

Am Freitagmorgen ging es auf einem anfangs geteerten Radlweg am Bach entlang Richtung Forcola di Livigno, dem Übergang zwischen Livigno und dem Puschlav im schweizer Kanton Graubünden. Die ersten Kilometer mussten nicht viele Höhenmeter überwunden werden was perfekt war um das reichhaltige Frühstück zu verdauen und warm zu werden. Die letzten Meter hinauf zum Pass ging es über einen schmalen und sehr steilen Trail nachdem wir erstmal einen Moment durchschnaufen mussten.

Von der Forcola  auf  2.315 m ging es über einen schönen Singletrail weiter Richtung Berninapass. Zuerst noch leicht bergauf und dann in flotter Fahrt ein paar hundert Höhenmeter hinab zum Lago Bianco unterhalb der Passstrasse. Auf diesem Abschnitt hatten wir einen grossartigen Blick auf das Massiv von Piz Palü und Piz Bernina.

Weiter führte uns die heutige Tour mehr oder weniger flach am Lago Bianco entlang Richtung Süden bis zum Beginn der Abfahrt hinab nach Poschiavo. Die Abfahrt erstreckte sich über ca. 1.000 Höhenmeter von denen wir den Grossteil auf einem tollen Singletrail zurücklegten. Immer wieder konnten wir dabei die Gleise und Züge der Rhätischen Bahn sehen und hören die auf dieser Strecke die Berninabahn betreibt, ein touristisches Highlight in der Schweiz. Auf der Abfahrt kehrten wir im Hotel Restaurant Belvedere oberhalb der Alp Grüm ein wo wir auf der Terrasse in der Sonne unser Mittagessen und einen herrlichen Blick genießen konnten bevor wir über einen langen und technisch interessanten Singletrail Poschiavo erreichten.

Von Poschiavo ging es mit der Rhätischen Bahn auf imposanter Strecke in vielen Kehren bergauf zurück zum Ospizio Bernina von wo aus wir teilweise auf der Passstrasse, teilweise auf Trails parallel zur Strasse über den Berninapass und die Forcola die Livigno zurück nach Livigno radelten.

Am Samstagfrüh luden wir unsere Mountainbikes in bzw. auf die Autos und fuhren abermals, aber dank Autos dieses Mal doch deutlich schneller, zum Berninapass von wo aus es hinab nach Pontresina ging. Dort ließen wir die Autos stehen und rollten hinab ins Oberengadin.

In Celerina begann die mitunter steile Auffahrt über Berg- bzw Forststrassen hinauf ins Skigebiet. Über Marguns kurbelten wir ca 1.200 Höhenmeter hinauf bis kurz unterhalb vom Piz Nair. Auf dieser Strecke überholten uns zahlreiche schnelle Mountainbiker die am 3-tägigen Engadin Bike Giro teilnahmen. Natürlich lag es ausschließlich am deutlich leichteren Equipment der Bike Giro Teilnehmer, dass wir bei der Auffahrt nicht mit ihnen mithalten konnten... ;)

Nach zwei kurzen Pausen ging es über einen Singletrail und im unteren Bereich über eine Forststrasse das Val Bever, ein landschaftlich wunderschönes Seitental des Engadins, hinab. Im Gasthaus Spinas, am unteren Ende des Tals legten wir noch einen kurzen Brotzeit-Stopp ein bevor es ein paar Kilometer am Inn entlang und an Samedan und Celerina vorbei zurück nach Pontresina ging. Nach ca. 45-minütiger Fahrt mit dem Auto waren wir zurück in Livigno wo wir uns das Abendessen in der Unterkunft schmecken ließen.

Am Sonntagmorgen haben wir uns in zwei Gruppen - eine unter Führung von Roland und eine unter Führung von Christoph - aufgeteilt, da die Lust nach weiteren Höhenmetern ohne Lift unterschiedlich stark ausgeprägt war. Da wir am Nachmittag wieder die Heimreise antreten mussten, waren wir am Sonntag oberhalb von Livigno unterwegs, wo man sowohl die Möglichkeit hat sich im Bikepark auszutoben als auch auf anderen Trails zu radeln.

Am späten Vormittag trafen sich die beiden Gruppen wieder an der Bergstation der Carosello 3000 Bahn von wo es über einen Singletrail hinab zur Alpe Federia ging. Von dort aus ging es über unbefestigte und geteerte Bergstrassen hinab ans untere Ende von Livigno nahe des Ufers des Lago di Livigno. Dort ließen wir die schönen Tage bei Eis und Kaffee in der Latteria ausklingen.

 

Das Wetter war an allen Tagen nahezu perfekt zum Biken, nicht zu warm, nicht zu kalt und häufig sonnig. Auch gab es keine Stürze oder (grosse) Pannen, so dass wir die Mountainbiketouren rund um Livigno in vollen Zügen genießen konnten.

Ein grosses Dankeschön an Roland & Christoph für die Organisation und die Führung der Touren! Es hat großen Spaß gemacht und war in jeder Hinsicht ein tolles Erlebnis!