Obernbergsee

Skitouren Grundkurs 1 mit dem „Powder-Hopp“-Team in Obernberg.

 

Brigitte, Judith, Georg, Günther und Berichts- Autor Martin.

 

Voller Vorfreude trafen sich am Freitag, 12.1.18 pünktlich um 6.00 Uhr früh die 5 Teilnehmer des Skitouren Grundkurses mit ihrem Ausbilder Erich am Kletterzentrum. Brigitte, Judith, Günther, Georg, Martin und Erich verteilten sich auf 2 Autos und ab ging’s in Richtung Tirol. Um 9.00 Uhr standen wir bereits am Parkplatz der „Bergeralm“ und kurze Zeit später ging es mit dem passenden, größtenteils geliehenen Tourenequipment mit der Kabinenbahn ins Skigebiet. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde in der Gondel stürzten wir uns bei strahlendem Sonnenschein und besten Schneeverhältnissen sofort in die ersten Abfahrten.

Nach und nach ging es dabei immer mehr in den größtenteils verharschten „Tiefschnee“ neben der Piste. Erich korrigierte permanent unsere Fahrtechnik und begleitete jede Schwungauslösung mit einem lautstarken „Hopp“ – der Name unserer Gruppe, das „Powder-Hopp“-Team, war geboren.

Viel zu schnell verging der erste Tag, nach der letzten Talabfahrt fuhren wir am Spätnachmittag weiter nach Obernberg in Almi’s Berghotel, unserem Stützpunkt für die nächsten Tage. Die nötige Bettschwere hätten wir nach dem Abendessen schon gehabt, aber Erich kannte keine Gnade und vermittelte uns noch umfangreiche theoretische Abfahrtstipps für den Tiefschnee.

 

Am Samstagmorgen erwachten wir bei klirrender Kälte, aber wieder wunderbarem Sonnenschein und machten uns direkt nach dem opulenten Frühstück auf den Weg zur Kastenalm. Im Aufstieg wurden die verschiedenen Aufstiegstechniken erläutert und sofort in die Praxis umgesetzt. Ein schöner Tiefschneehang oberhalb der Kastenalm, der in der wärmenden Januar-Sonne lag, war dann für die nächsten Stunden unser Trainingsort. Erich grub ein Schnee-Profil und erklärte sehr anschaulich die verschiedenen Schichten.
Anschließend wurde der Umgang mit dem LVS, mit Schaufel und Sonde in Teams und einzeln ausführlich geübt. Leider war bei der abschließenden Abfahrt der von der Sonne angefirnte Schnee bereits wieder gefroren, dennoch hatten wir viel Spaß. Nach dem Abendessen war wiederum Theorie angesagt. Obwohl manchem schon die Augen zufielen, erhielten wir wichtige Informationen zur Lawinenkunde, Hangbeurteilung und Verschüttetensuche
Nach dem fast schon frühlingshaften Vortag erwarteten wir auch am Sonntag dieselben Bedingungen. Wir sollten uns täuschen. Wir starteten am Bach entlang in Richtung Obernbergsee und die Sonne schien auch, es schlug uns aber bereits ab dem Gasthaus Waldesruh ein eisiger Wind entgegen. Zum Alpenhauptkamm sah man schon die ersten Wolken, die sich im Tagesverlauf immer mehr zu einer ausgeprägten Föhnwalze formierten. Das bedeutete für den ganzen Tag kalten Fallwind. Das störte Erich aber überhaupt nicht, wir stiegen auf bis zur Steineralm und begannen unbeeindruckt das vom Vortag bereits bekannte Programm mit Schneeprofil graben, LVS orten und sondieren von verschiedenen Gegenständen. Die Brotzeit im Föhnsturm fiel sehr kurz aus. Ziemlich durchgefroren stiegen wir anschließend noch ca. 1km auf und stürzten uns nach Verstauen der Felle im Rucksack in einen schönen Tiefschneehang mit Pulverschnee.

Im Gasthaus Waldesruh wärmten wir uns nach der Abfahrt wieder auf und gingen danach die kurze, bereits bestens bekannte Strecke in Richtung Hotel. Die wärmende Hotelsauna bereits vor Augen meinte Erich an einem kleinen Hügel, jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um das Anlegen der Harscheisen und die entsprechende Aufstiegstechnik zu üben. Das war beim reichhaltigen Abendessen aber bereits vergessen. Im Anschluß folgte der obligatorische Theorieteil, diesmal vor allem die Erste Hilfe bei Lawinenunglücken.

 

Der Montag, unser letzter Tag des Grundkurses, sollte unsere erste „richtige“ Skitour bringen. Der Föhn hatte sich zum Glück verzogen. Trotz -13 Grad am Morgen erwartete uns wieder Kaiserwetter. Vom Parkplatz in Gries am Brenner führte uns der Aufstieg über die ehemalige Piste zum Sattelberg (2115m). Die 850 Höhenmeter absolvierten wir in ca. 2,5 Stunden, so dass wir bereits um 11.00 Uhr am Gipfel standen.

Bei absoluter Windstille und herrlichem Sonnenschein konnten wir die wunderbare Fernsicht bei einer ausgiebigen Brotzeit genießen. Die tolle, leider zu kurze Abfahrt, führte uns über den Nordhang mit Pulverschnee bis zur Sattelbergalm. Nach einem ausgiebigen Einkehrschwung machten wir uns auf die letzte Abfahrt zurück nach Gries mit anschließender Heimfahrt.

 

Viel zu schnell vergingen die 4 Tage. Die Lust auf‘s Tourenskifahren wurde bei allen Teilnehmern geweckt. Vielen Dank an Erich für die tolle Organisation, es wird sicher nicht unsere letzte Skitour gewesen sein!