Von der Piste zur Tour – Grundkurs (Nr. 2) Skitouren im Obernbergtal

vom 26.01. - 29.01.2018

Bevor wir (Verena, Fabian, Benedikt, Udo, Jürgen, Christian, Theresa) mit unserem Ausbilder Erich in das verlängerte Wochenende im Obernbergtal starteten, gab es in der Woche zuvor eine Besprechung inkl. Kursbeschreibung und Ausrüstungsempfehlung. Die Vorfreude auf den Kurs war groß, vor allem im Hinblick auf die vielversprechende Wettervorhersage ab Samstag. Am Freitag war es dann endlich so weit, wir starteten pünktlich um 6 Uhr an der Kletterhalle Richtung Süden. Dank Erichs VW Bus hatten wir auch problemlos in zwei Autos Platz. Ziel für Freitag war das Skigebiet Bergeralm in Steinach am Brenner, um unser skifahrerisches Können zu verbessern.
Von Erich gabs Tipps und Tricks zu Skifahrttechnik, was wir dann auch direkt in verschiedenen Übungen umsetzten. Das war für uns alle recht hilfreich, da man sich mit den Jahren doch seine ganz eigene „Technik“ angeeignet hat. Leider war aufgrund des starken Winds die neue Kombibahn Hoher Turm zum Gipfel gesperrt.

Die berühmte „WM-Piste " Manni Pranger mit 46 Grad (= 102%) war auch gesperrt, was uns aber hingegen mit Blick von oben auf das Extremgefälle nicht traurig stimmte. Die gesellige Mittagspause verbrachten wir auf der Bergeralm, und da es sich schließlich hier um einen Urlaub handelte, durfte auch ein Strudel am Nachmittag nicht fehlen.

Am späten Nachmittag sind wir dann in Almi’s Berghotel angekommen. Hier erwartete uns ein Rundum-Wohlfühl-Paket: Herzliche Gastleute, abendliches Entspannen in der Panorama Sauna und Dampfbad und ein leckeres 3-Gänge-Menü am Abend. Was braucht man mehr an so einem Wochenende! Im Anschluss an unser Abendessen stand dann wie jeden Abend der Theorieteil auf dem Programm. Erich hatte hier für uns viele anschauliche Videos zum Thema Tiefschnee-Technik dabei und im Anschluss gingen wir wieder in den gemütlichen Part mit ein paar Feierabend-Bieren über.

Gut gestärkt vom reichhaltigen Frühstücksbuffet trafen wir uns am nächsten Morgen vor dem Skikeller. Hier erklärte uns Erich alles zu Ausrüstung und Material wie z.B. Aufffellen, Sonden, Harscheisen usw. Danach noch der große LVS-Gruppentest. Der Wetterbericht hatte Recht, ein wolkenloser Tag soll vor uns liegen. Daher entschieden wir uns für nordseitiges Gelände. Schon machten wir uns auf den Weg, vorbei am Gasthaus Waldesruh Richtung Oberreinsalm. An einem steileren Hang standen dann Gehtechnik, Spitzkehren und Kickkehren auf dem Programm.
Nach der Mittagspause präparierte Erich den Hang und vermeldete einen Lawinenabgang mit einem Verschütteten. In diesem Szenario lernten wir dann das richtige Suchen mit den LVS-Geräten und anschließendem Sondieren und Graben. Auch eine Mehrfach-Verschüttung haben wir geprobt, um uns bestmöglich auf einen Ernstfall vorzubereiten.
Nachdem wir alle versteckten LVS Geräte ohne größere Blessuren retten konnten, stiegen wir weiter auf, vorbei am Obernberg See Richtung Steineralmen. Hier übten wir nochmals das sondieren, indem wir verschiedene Gegenstände eingruben. Auch zwei mutige Gruppenmitglieder legten sich in unsere ausgegrabene Mulde und ließen sich freiwillig von uns sondieren – den Unterschied zwischen Skihelm, Rucksack, Schaufel und Oberschenkel merkt man doch deutlich!

Dann stand auch schon die erste Abfahrt an, ehe wir wieder Almi’s stressfreie Zone belagerten. Im Anschluss ans Abendessen folgte dann Erichs Input zu Lawinenkunde, um das Gelernte nochmal zu vertiefen.

Nach dem Frühstück sowie Material- und LVS-Check war das Grubenjoch (2196m) am Sonntag unser Ziel. Auf dem Weg dorthin übten wir die Messung der Hangneigung und gruben ein Schneeprofil. Wir waren beeindruckt – 2,20 m Schnee verriet uns die Sonde. Daher gruben wir auch nicht bis zum Boden um Kräfte für die Tour zu sparen. Sehr deutlich konnte man im Profil die verschiedenen Schneeschichten erfühlen und sehen, und wir folgten gespannt Erichs Erklärungen. Auch einen Rutschblock Test führten wir durch.
Das letzte Stück hinauf zum Grubenjoch kostete dann einigen von uns nochmal viel Kraft und Schwindelfreiheit war gefragt. Als Belohnung peitschte uns oben der Wind um die Ohren. Material gut festhalten, war hier die Devise. Die Mittagspause machten wir daher auf dem Abfahrtsweg, wo es ruhiger war. Die Schneeverhältnisse bei der Abfahrt waren heute besser als am Vortag, sodass das Ganze auch mehr Spaß machte. Und den Strudel am Nachmittag im Gasthof Waldesruh wollten wir Genießer natürlich nicht missen. Nachdem wir schon recht früh zurück waren, probte ein Teil der Gruppe nochmal das Suchen mit dem LVS-Gerät inkl. Zeitmessung.

Nach dem Abendessen vermittelte uns Erich viele nützliche Infos zur Snowcard, Erste Hilfe, Verschüttetenzahlen usw. Das Ganze mussten wir dann erst einmal mit Bier und Wein verdauen.

Am Montag freuten wir uns auf die erste richtige Skitour des Wochenendes. Bei traumhaftem Wetter stiegen wir in den Pisten des ehemaligen Skigebietes zum Sattelberg (2115m) hinauf. Im letzten Stück legten wir dann unsere Harscheisen an, um wirklich alle „To-Do’s“ des Wochenendes abzuhaken. Oben am Gipfel hatten wir eine beeindruckende Panoramaaussicht, da mussten wir gleich ein Schnapserl drauf trinken weils so schön war. Nach einer Mittagspause und Erinnerungsfotos fuhren wir zunächst bis zur Sattelbergalm ab. Da ließen wir uns es nochmal richtig gut gehen bei Speckknödelsuppe, Topfenstrudel und Sonne im Gesicht. Viel zu schnell war dann der Tag vorbei und wir machten uns gegen 15 Uhr auf den Heimweg.

Das Fazit des Wochenendes war hervorragend. Wir haben richtig viel gelernt rund ums Skitourengehen, aber vor allem der Spaß kam dabei nicht zu kurz. Beeindruckt waren wir von Erich’s Wissen über Touren, Schnee, Material usw. Davon konnten wir uns Einiges für unsere künftigen Touren mitnehmen. Danke Erich für das lehrreiche und lustige Wochenende im Obernbergtal!

 

 

Bericht: Theresa