Früh am Morgen geht es los für den Grundkurs 2 Skibergsteigen, denn es geht ins doch nicht ganz nahe Obernbergtal in der Nähe vom Brenner an der Grenze zu Italien. Nicht weit weg von der Autobahn gelegen überrascht das Obernbergtal durch seine idyllische Ruhe. Dies spiegelt sich auch im Motto der Unterkunft wieder: Almi’s stressfreie Zone. Dieses schöne Berghotel mit gutem Service und noch besserem Essen und Wellnessbereich bildet für die nächsten Tage die Basis für die Ausbildung im Skitourengehen. Nach der Ankunft wartet schon der erste Kaffee, bei dem der Ablauf des Kurses besprochen wird. Für den ersten Tag ist ein kurzer Aufstieg mit vielen Kursinhalten geplant. Ziel ist der Obernbergsee über eine einfache Aufstiegsroute. Nach einer halben Stunde Aufstieg passieren wir die Oberreinsalmen und legen einen ersten Stopp für die Ausbildung ein.

Thema ist zunächst das Gehen im steilen Gelände mithilfe von Spitz- und Kickkehren. An einem kleinen Hang erklärt unser Kursleiter Erich die richtige Technik und alle Teilnehmer probieren sich darin aus. Die erste Hürde für schwieriges Gelände ist somit geschafft. Anschließend folgt die Ausbildung in der Lawinenverschüttetensuche. Der Umgang mit dem LVS Gerät von Signalsuche, über Grobsuche und Feinsuche mit Airport Approach und Auskreuzen sowie anschließendem Sondieren und Schaufeln wird thematisiert. Gut ausgerüstet mit Grundlagenwissen geht der Aufstieg weiter zum idyllischen Obernbergsee, wo nach einer kurzen Stärkung die Suche bei mehreren Verschütteten erklärt wird. Dabei kann jeder die Markierfunktion an seinem Gerät testen. Auch die Dreikreismethode lernen wir kennen, die angewendet werden kann, wenn das Markieren nicht funktioniert. In den Strahlen der Nachmittagssonne fahren wir ab zum Gasthof Waldesruh, wo wir noch einen Nachmittagskaffee genießen, bevor es in den Wellness Bereich in Almi’s Berghotel geht. Für den Abend stehen zwei ausführliche Filme zum Thema LVS Suche auf dem Programm, die anschließend noch diskutiert werden. Mit vielen neuen Informationen geht es ins Bett.

Der nächste Tag begrüßt uns mit einem ausführlichen Frühstück bevor wir uns auf den Weg zum Grubenjoch (2200 m) machen. Wir passieren wie am Tag zuvor die Oberreinsalmen und den Obernbergsee. Weiter geht es flach über die Forststraße bis zu einem kleinen Bach, den wir queren. Dort schätzen wir die Hangneigung des nachfolgenden Hanges und jeder überlegt für sich eine geeignete Routenwahl. Nach dem gemeinsamen Aufstieg über eben genannten Hang machen wir in einer kleinen Schutzhütte Mittagspause und besprechen unsere Einschätzung des Hanges sowie die Routenwahl. Es geht weiter hinauf Richtung Grubenjoch, wobei der Wind weiter zunimmt und die Sicht immer schlechter wird. Ungefähr ca. 100 Höhenmeter vor dem Grubenjoch begegnen wir einer Gruppe, die uns berichtet, dass die Sicht oben noch schlechter und die Hänge noch deutlich abgeblasener sind. Eine Auswirkung des starken Windes der vergangenen Tage, der auch den im Lawinenlagebericht erwähnten Triebschnee verursacht hat. Gemeinsam entscheiden wir uns dafür abzufahren.

Die Abfahrt führt durch Latschenwälder bis zu dem Bach, den wir auch im Aufstieg gequert haben. An einer Schneeverwehung halten wir und machen ein Schneeprofil sowie einen Kompressionstest. Alles wieder bei bestem Sonnenschein. Danach fahren wir ab zur Hütte und genießen wieder den ausgezeichneten Wellness Bereich. Vom Abendessen gestärkt steht noch der Theorieteil auf dem Programm. Es folgt noch eine kurze Tourenbesprechung der geplanten Tour für den nächsten Tag bevor es in die wohlverdiente Nachtruhe geht.

Für den heutigen Tag steht eine Tour ins Fradertal, ein kleines v-förmiges Seitental des Obernbergtals an. Wir steigen zunächst auf bis zur Fraderalm (1621 m) und entscheiden uns weiter Richtung Karsattel (2093 m) gehen, um später den Gipfel des Niedererbergs (2196 m) genießen zu können.
Von der Fraderalm geht es zunächst durch den Wald bis wir die ersten freien Hänge erreichen. Dort erkennt man wieder die Auswirkungen des starken Windes der letzten Tage. Zum Teil stark windgepresster Schnee wechselt sich ab mit Triebschneeansammlungen. An Hängen mit Neigungen ab ungefähr 30 Grad lassen wir deshalb Entlastungsabstände. Die Bedingungen mit windgepresstem Schnee erweisen sich jedoch als ideal, um im Rahmen des Kurses das Gehen mit Harscheisen zu üben. Während der Tour besprechen wir immer wieder Gefahrenzeichen im Gelände.
Richtung Karsattel wird der Wind immer stärker. Wir biegen am Sattel links ab Richtung Niedererberg an einem Grat entlang. Dort kämpfen wir uns gegen starken Wind bergauf. Hinter einer Wechte in einer Mulde suchen wir Schutz vor dem Wind und besprechen, dass bei diesen Bedingungen ein Aufstieg zum Gipfel mehr Qual ist als die Aussicht Belohnung. Wir verstauen unser Equipment im Rucksack, was bei diesem Wind eine Herausforderung ist. Nach dem ersten Teil der Abfahrt halten wir wieder an der Fraderalm für eine Mittagspause.

Kurz unterhalb der Fraderalm legen wir nochmal einen Stopp ein, um an einer Triebschneeansammlung eine kleine Sondenbar zu bauen. Wir lernen den Unterschied beim Sondieren zwischen dem Boden, einer Schaufel, einem Rucksack und einem Menschen kennen. Danach geht es hinunter zur Unterkunft, wo schon der Saunameister mit dem Aufguss auf uns wartet. Nach dem Wellness Programm und einem schmackhaften Abendessen geht es wieder zum Theorieteil, wobei wir vor allem die Tourenplanung thematisieren und dabei auch die Routenwahl für den nächsten Tag besprechen. Wir lassen den letzten Abend bei Bier und Wein ausklingen.

Für den letzten gemeinsamen Tag steht eine Tour auf den Sattelberg (2115 m) über die alte Skipiste an. Vom Parkplatz unterhalb der Autobahnbrücke geht es hinauf Richtung Sattelbergalm. Von dort halten wir uns rechts und steigen zum Gipfel auf. Oben weht wieder starker Wind und der Gipfel ist auch schon recht abgeblasen. Wir beeilen uns also mit dem Abfellen und machen uns an die Abfahrt Richtung Sattelbergalm. Dort kehren wir noch ein letztes Mal gemeinsam ein, bevor es an die Rückreise geht.

Alle Teilnehmer sind sich einig: Wir haben in einer netten Gruppe vier lehrreiche Tag mit schönen Touren verbracht. Vor allem die Unterkunft, Almi’s Berghotel, hat allen sehr zugesagt. Mit dem neu erlangten Wissen geht es in Zukunft für alle sicherer und besser ausgebildet auf schöne Skitouren.

Bericht: Moni

Teilnehmer: Monika, Brigitte, Moni, Valentin, Stefan

Leitung: Erich Ecker

Datum: 25.01. - 28.01.2019