Landshut, 08.10.2016

Kletterfreizeit 1.-3. Okt. 2016 in Franken

(oder auch: wenn Pfingsten in den Oktober fällt ( Nachholtermin Pfingstzeltlager, wie versprochen..)

Unter der Wettervoraussage eines stabilen Tiefdruckgebietes, gelegen zwischen dem Alpenhauptkamm und der bayerischen Nordgrenze am Main, startete eine fröhliche, acht Kerle starke  Sportklettergruppe unter der Leitung von Kati und Nicole pünktlich am Samstag früh in Richtung Frankenland in das verlängerte Wochenende um den 3. Oktober.

Der mit Material, in Umfang vergleichbar einem mehrwöchigen Expeditionsvorhaben, vollgeladene Vereinsbus wurde auch noch von den beiden Marketendern Martin und Robert begleitet.

Unser erstes teambildendes Vorhaben, eine Kanufahrt auf der Regnitz, starteten wir pünktlich bei überraschend angenehmem Spätsommer Wetter. Die jeweiligen 2er Mannschaften hatten sich schnell gefunden und ergänzten sich in ihren Fähigkeiten nahezu perfekt, wie es in Folge festzustellen galt. Zumindest waren, bedingt durch diverse navigations- und schifffahrtstechnische Probleme, keine nennenswerten Schuldzuweisungen oder Meutereien innerhalb der Bootsbesatzungen wahrzunehmen. Auch wenn dem einen oder anderen ab und zu das Wasser bis zum Halse stand. So wurden alle Herausforderungen und Schwierigkeiten mit teils verbaler, teils tatkräftiger gemeinsamer Hilfe gemeistert. Es wurden auf diese Weise während dieses Abenteuers neben den Schultern auch die Lach- (Bauch-)Muskeln massiv trainiert.

Nach rund drei Stunden aufregender Bootstour erreichten wir den vereinbarten Ausstiegspunkt. Und wieder zeigte die Mannschaft tollen Gemeinschaftssinn: alle zusammen hievten wir die Boote mit den nicht unerheblichen Mengen an Ballastwasser über die steile Uferböschung ans trockene Ufer. Festzustellen bleibt auch, das Wechseln der Bootsfahrerkleidung gegen trockene, warme Reservekleidung war für den einen oder anderen vielleicht das zweite Highlight des Tages.

In Folge war es  an der Zeit unseren Zeltplatz aufzusuchen und uns dort einzurichten. In Morschreuth auf der Wiese hinter dem Gasthof entstand dann schnell unsere kleine Zeltstadt .

Zeitgleich mit der Fertigstellung des Lagers wurden die Rufe nach einem kräftigen Abendessen laut. Bedingt durch eine demokratische Abstimmung sind wir dann, um eine typisch fränkische Spezialität genießen zu dürfen, zum PIZZA essen gegangen! (Man muss wissen, seit Tagen hatte ich mich auf Schäufele mit Knödel gefreut. Das mit dem Abstimmen in einer solchen Situation, sollte man unbedingt noch mal überdenken.) Zurück in unserem Lager nach dem Abendessen, haben wir den Tag schwärmend mit den von unseren vollbrachten Heldentaten ausklingen lassen.

Der Sonntag: Nachdem auch der letzte Langschläfer mit seinem ersten Nutellabrot den Blutzuckerspiegel auf Gute Laune Niveau gehoben hatte und die Rucksäcke gepackt waren, fuhren wir wie geplant zum Hochseilgarten Betzenstein. Dort hatte Kati unseren Besuch schon angekündigt und wir erhielten eine umfangreiche Einweisung in die einzelnen Parcours und den Gebrauch des dazu notwendigen umfangreichen Equipments. (Mit deren Anwendung und Umfang wäre ich anfangs fast verzweifelt.) Wenn man es dann endlich geschafft hatte, dieses zweckmäßig und korrekt anzulegen, versteht man  auch sehr schnell, warum der Instrukteur den Rat gegeben hatte, noch vor dem Anlegen die Toilette, wenn notwendig, aufzusuchen. Denn pressieren darf es dann wahrlich nicht mehr. Dann ging es  endlich und voller Erwartung los. In kleine Gruppen aufgeteilt, machte man sich  auf die diversen Kurse. Über Flying Fox und Hängebrücken, über wacklige Netze und glitschige Rundhölzer in großen Höhen, wurden die verschieden anspruchsvollen Strecken mit Ehrgeiz und viel Spaß gemeistert. Genauso viel Vergnügen machte es, die Freunde mit ihren teilweise artistischen Bewegungen über den Parcours balancieren zu sehen. Viel zu schnell waren die gebuchten 3 Stunden vorbei .

Aber in Folge hatten unsere Übungsleiter schon die nächste Action parat. Es ging an den Weißenstein zum Klettern am Fels. Dort, nachdem wir den 30 Sekunden Zustieg vom Auto aus erfolgreich und ohne Zwischenfälle hinter uns gebracht hatten, und sich alle männlichen Teilnehmer und ausschließlich diese, ihre Klettergurte angezogen hatten, ging es noch für etliche Routen über den doch größtenteils, überraschend trockenen Fels. Super war´s!

 Ach ja, das Wetter war wie voraus gesagt, stabil unbeständig. Grau in Grau mit gelegentlichem Niederschlag. Hat aber der allgemein guten Stimmung keinen Abbruch getan.

Unmittelbar vor der Rückfahrt in unser Zeltlager dann wieder die leichtsinnige Frage nach dem gewünschten Abendessen. Nudeln selber kochen oder Schäufele Essen gehen? (Man führe sich vor Augen. Es hat gefühlte 0°C, es nieselt, alles ist nass und wir waren den ganzen Tag über im Freien.) Die Jungs entschieden.: Wir kochten Nudeln! Schäufele ade!!

 Die Teigware wurden gekocht, in umfangreicher Menge vertilgt und der Soßentopf bis zur Dünnwandigkeit ausgekratzt. Zeitgleich hatten die Jungs  ein Lagerfeuer entfacht. Es hat  vor allem fürchterlich geraucht. Hier sehe ich noch enormes Potential. Die Begleiterscheinung des uns allen von nun ab  anhaftenden Aromas war dann in Folge so intensiv, dass jeder von uns auch noch am nächsten Tag eindeutig einer, nämlich unserer Gruppe zu zuordnen war. Die Jungs haben sich vernünftigerweise noch am selben Abend kurzfristig, still und unauffällig zu Apfelschorle und Spezi in die Wirtschaft verzogen. Welcher Personenkreis, vier an der Zahl,   das kümmerliche Feuerchen gehütet haben, kann sich jeder selbst ausmalen. So ging ein weiterer fröhlicher, erlebnisreicher Tag zu Ende. Übrigens waren wir noch vor dem zu Bett gehen voller Hoffnung und im Bezug auf das Wetter positiv gestimmt. Denn es zeigte sich  doch noch der eine oder andere Stern am Nachthimmel.

Unser Montag: Alle zusammen sind wir relativ früh aufgestanden, um gemeinsam eine Plane zu spannen, unter der wir weitestgehend trocken verweilen  konnten.( Es soll uns doch nicht das bisschen Regen unseren Kaffee verwässern und die Frühstückbrote durchweichen.) Auch war die Hoffnung auf besseres Wetter vom Vorabend gestorben. Ach ja, zu erwähnen ist, so eine Nacht im Zelt kostet die  Jungs scheinbar einiges an Energie. Wie sonst wäre das Bedürfnis derer und die Zubereitung von frisch gekochten Nudeln und der Verzehr dieser zum Frühstück ohne Soße und Beilage zu verstehen.

Vermutlich war  die Aussicht, den Ausflug dann doch noch im Trockenen, sprich in der Forchheimer Kletterhalle abzuschließen, der Grund für den, durch die Mithilfe aller sehr zügig vollzogenen Abbau unseres Lagers zu erklären. In der Forchheimer Kletterhalle „Magnesia“ war  unter anderem die Herausforderung, das große Dach zu klettern, eine wahre Motivation für die Trainingsgruppe. So verbrachten wir noch einige fordernde, richtig tolle Stunden in diversen Routen. Vor der Heimfahrt posierte die ganze Mannschaft  zum Gruppenfoto und spätestens hier kann man an den fröhlichen Gesichtern ablesen, welch tollen, dreitägigen Ausflug wir erleben durften. Pünktlich, wie vereinbart, waren wir dann nach staufreier Heimfahrt am Abend, alle mit einer Menge bleibender, aber durchwegs positiver Eindrücke zurück am Kletterzentrum in Landshut.

Teilnehmer: Luca R., Lucas H., Johannes H., Andreas Ko., Andreas Ke., Thomas K., Jonas W., Jan W., Nicole, Martin, Kati, Robert

Bericht: Marketender Robert