Vom 30. August bis zum 1. September führte uns unsere Hochtour in die beeindruckende Welt des Großvenedigers. Für viele von uns war es die erste oder eine der ersten Hochtouren – und damit verbunden jede Menge neue Erfahrungen, Herausforderungen und unvergessliche Momente.
Nach der Vorbesprechung am 25. August war es am Sonntag endlich soweit – die Tour zum Großvenediger an ruhigen Tagen stand vor der Tür. Nach einer unterhaltsamen Anfahrt, wurde der lange Zustieg mit dem Hüttentaxi abgekürzt. Ab der Materialseilbahn Talstation der Kürsinger Hütte ging es dann bepackt mit den Rucksäcken auf zur Hütte. Da gab es schon die ersten Lernerfahrungen bezüglich des Packens und den damit verbundenen (vermeidbaren) Anstrengungen beim Aufstieg. An der malerischen Kürsinger Hütte mit ihrem dunklen Holz und den rot, weißen Fensterläden angekommen, wurde das Zimmer bezogen, die Aussicht und – natürlich am wichtigsten – das Abendessen genossen. Am 31. August sollte es dann eigentlich auf den Großvenediger gehen – so der Plan. Aber Pläne ändern sich, wenn das Wetter nicht mitspielt. Deswegen ging es für diesen Tag „nur“ auf den Keeskogel, Aussicht gab es oben lediglich grau in grau. Aber der Berg macht dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ alle Ehre, da er mit einem abwechslungsreichen Gelände aufwartet – vom Wanderweg zur leichten Kraxelei zwischen den Steinblöcken war alles dabei. Ganz im Charakter der Hochtouren wurde früh ins Bett gegangen, um früh starten zu können.
Am 01.09. war Gipfelstimmung angesagt. Um 3:00 Uhr morgens wurde aufgestanden, gefrühstückt und um 4:00 Uhr ging es mit Stirnlampen ausgestattet in Richtung Gletscher. Einen Sonnenaufgang am Gletscher zu erleben gehört wohl zu den eindrücklichsten Erinnerungen im Leben – zumindest für so „Bergnarrische“ wie uns. Gemeinsam mit den ersten Sonnenstrahlen wurden die Spalten umgegangen, übersprungen oder mit Hilfe einer Leiter erklommen. Die Venedigerscharte zeigte dann nochmals, dass ein Gipfel wohlverdient werden mag und nach dem Firngrat, sind wir auch schon am Gipfel angekommen. Mit kleinen Freudentränchen waren wir dem Gipfel so nah und die Freiheit so groß, dass auch die lautesten Gedanken ganz leise wurden. Abwärts ging es dann mit einem anstrengenden „Gletscher-Hatscher“ und nach einer Stärkung an der Hütte zurück zur Talstation und mit dem Hüttentaxi zu unseren Autos.
Viele erste Male, einige Herausforderungen und unzählige einzigarte Momente – der Großevenediger wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.
