Unser geplanter Start zur Hochtour am Freitag, den 7. August 2026, stand zunächst unter keinem guten Wetterhimmel. Kurzerhand verlegten wir den Start um einen Tag. Mit der Seilbahn am Krippenstein angekommen, machten wir uns als siebenköpfige Gruppe auf den Weg in Richtung Simonyhütte. Nach rund 500 Höhenmetern erreichten wir unsere Basis auf 2.205 Metern. Ein Teil der Gruppe entschied sich spontan noch für eine dreistündige Klettersteigtour. Für mich persönlich war diese Tour ein wirklich schönes Erlebnis und eine perfekte Einstimmung auf das, was am nächsten Tag vor uns lag. Am folgenden Morgen bestaunte einer aus unserer Gruppe den Sonnenaufgang und die Dachsteinkapelle. Gleichzeitig begann für uns der eigentliche „Auftrag“: der Gipfel des Hohen Dachsteins.
Mit atemberaubenden Ausblicken auf den Gletscher bewegten wir uns diesem Schritt für Schritt näher. Am Gletscher angekommen, legten wir unsere Ausrüstung an und gingen als Seilschaft über das Eis bis zum Einstieg des Klettersteigs, der uns hinauf zum Gipfelkreuz führen sollte.
Auftrag erfüllt!
Oben angekommen, wurde erst einmal eine wohlverdiente Pause eingelegt. Natürlich durfte auch das obligatorische Gipfelfoto nicht fehlen. Gesellschaft bekamen wir dabei von den Dohlen, die sich über die eine oder andere Fütterung sichtlich freuten. Danach machten wir uns an den Abstieg. Über den Klettersteig ging es wieder hinunter zur Gletscherüberquerung und anschließend weiter zum Steinerscharte-Klettersteig. Nach dessen Bewältigung stand erneut eine Gletscherüberquerung auf dem Programm. Schließlich erreichten wir das steinige Geröllgelände. Steigeisen und Pickel wurden verstaut und wir leiteten die letzte Passage zurück zur Hütte ein.
An dieser Stelle sorgte das Gelände allerdings noch einmal für einen gehörigen Schreckmoment: Für ein Gruppenmitglied tat sich plötzlich ein regelrechtes Wasserloch im Geröll auf, in dem sie kurzerhand einbrach. Zum Glück blieb es bei diesem Schreck und es passierte nichts weiter.
Während des weiteren Abstiegs stellten wir außerdem fest, dass unsere ursprüngliche Zeitplanung nicht mehr aufging. Ein Abstieg bis ins Tal am selben Tag war nicht mehr realistisch zu schaffen. Also trafen wir an der Hütte gemeinsam die Entscheidung, eine weitere Nacht zu bleiben und den Abstieg ins Tal erst am nächsten Vormittag fortzusetzen. Gesagt, getan: Am nächsten Vormittag erreichten wir schließlich das Tal. Und auch wenn unsere Zeitplanung ordentlich durcheinandergeraten war, war sich die gesamte Gruppe einig: Diese Tour war ein voller Erfolg! Tolle Eindrücke, beeindruckende Gletscherlandschaften, spannende Klettersteige, ein Gipfelerlebnis am Hohen Dachstein und nicht zuletzt eine starke Gemeinschaft innerhalb der Gruppe machten diese Tour zu einem Erlebnis, das uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
