26.02.-02.03.2025 | Befurt, P., Mühlbauer, R.

Skitouren in der Schweiz rund um Bivio am Julierpass

Am Mittwoch, den 26. Februar, machten sich 12 motivierte Skitourengeher – auf der Suche nach Schnee – auf den Weg nach Bivio. Der kleine Ort in der Schweiz, mit gerade mal 250 Einwohnern, liegt auf 1.769 Metern Höhe und lässt mit seinen zahlreichen Möglichkeiten – von Skitouren über Freeriden bis hin zu Pisten-Skifahren – das Herz eines jeden Wintersportlers höherschlagen. Als wir am Nachmittag nach einer turbulenten Busfahrt ankamen, bezogen wir zuerst unsere Zimmer im Hotel Grischuna und erkundeten anschließend den Ort, um uns noch die Beine zu vertreten. Danach wärmte sich ein Teil der Gruppe mit einer Pistenskitour für die kommenden Tage auf, während sich der andere Teil für ein gemütliches Zusammensein mit Aperol und Bier entschied. Vor dem 3-Gänge-Abendmenü besprachen wir die Tour für den nächsten Tag, die wir aufgrund der unglaublich guten Wetterprognose kaum erwarten konnten.

Den Donnerstag begannen wir mit dem reichhaltigen Frühstücksbuffet im Hotel und machten uns anschließend auf den Weg zum Lift des Skigebiets, welcher fußläufig innerhalb weniger Minuten erreichbar war. Der Schlepper brachte uns auf über 2.500 Meter Höhe, und wir stiegen zu Fuß noch etwas weiter auf. Gerade als wir uns für die erste Abfahrt ins Tgavretga-Tal bereit machten, hörten wir ein lautes „Neeeeein“ und konnten nur noch zusehen, wie Lukas’ Helm den Hang auf der anderen Seite hinunterrauschte. Dankenswerterweise erklärten sich Marcel und Tom dazu bereit, den Helm zu holen und brachen zur Rettungsaktion auf, während der Rest der Gruppe die geplante Abfahrt anging. Unten angekommen, fellten wir mit breitem Grinsen im Gesicht unsere Ski auf, denn neben strahlendem Sonnenschein hatten wir auch noch perfekte Schneebedingungen. Auf dem Weg zum Pass Lunghin, der am Abend zuvor als Checkpoint festgelegt wurde, hatten uns Tom und Marcel bereits eingeholt und gaben Lukas, unserem selbsternannten „Stürzmeister“, seinen Helm zurück. Am Pass angekommen, entschieden wir uns, in Anbetracht aller Bedingungen, gegen die geplante Tour auf den Piz Grevasalvas und gingen weiter zum Piz dal Sasc (2.733 m). Nach einer längeren Pause am Gipfel stand der Gruppe nun eine Stunde Abfahrt über traumhafte Hänge bis nach Bivio bevor. Der Tag wurde mit einem Saunabesuch im hoteleigenen Wellnessbereich und einem 3-Gänge-Abendmenü abgerundet. Und weil das noch nicht genug war, ging es anschließend noch auf das ein oder andere Getränk und eine Runde Kickern in die Bar nebenan.

Nachdem wir den Freitag wieder mit der umfangreichen Frühstücksauswahl des Hotel Grischuna gestartet hatten, stand Freeriden auf dem Plan. Stefan, der gerade seine Ausbildung zum Fachübungsleiter Skilauf macht, hatte einige Übungen für uns parat, die wir zunächst auf der Piste verinnerlichten. Da alle Teilnehmer:innen in Anbetracht der Bedingungen des Vortages die Abfahrten im Pulverschnee kaum erwarten konnten, ließ der erste Abstecher ins Gelände auch nicht lange auf sich warten. Mit dem Schlepper ging es bis ganz nach oben, und von dort aus folgten wir den Spuren des abhanden gekommenen Helmes Richtung Valletta-Tal. Nachdem wir aufgefellt hatten, um zum Skigebiet zurückzukommen, folgten zahlreiche Abfahrten in Pistennähe. Als Tagesabschluss ging es wieder ins Tgavretga-Tal, und während Moni, Hugo, Marcel und Tom noch einen kleinen Abstecher zum Motta da Sett (2.637 m) machten, fuhr der Rest der Gruppe nach einer längeren Schiebe-Passage zurück zum Hotel. Geplättet vom Freeride-Tag, den sich einige mit Sicherheit weniger anstrengend vorgestellt haben, ging es zum Erholen in die Sauna. Nach dem Abendessen und der Tourenbesprechung für den nächsten Tag ließen wir den Abend bei einer Runde „Hornochsen“ ausklingen, bei der uns Hugo alle fertig gemacht hatte.

Am Samstag ging es auf den Roccabella (2.731 m). Gestärkt vom Frühstücksbuffet und mit geschmierten Broten im Gepäck, starteten wir unseren Aufstieg über das Tgavretga-Tal. Bei der ersten Pause gab es von Rudi ein paar nützliche Tipps zur Kartenkunde. Danach ging es durch die traumhafte Schneelandschaft weiter zu unserem Tagesziel. Knapp 1.000 Höhenmeter und zahlreiche Spitzkehren später standen wir auf dem Gipfel und hatten eine unglaubliche Aussicht. Aufgrund der gesunkenen Temperaturen erwarteten uns bei der Abfahrt nicht ganz so optimale Bedingungen wie die Tage zuvor, allerdings hatten wir trotzdem unseren Spaß, und ein paar motivierte Teilnehmer:innen fellten noch einmal für ein paar extra Höhenmeter und eine zusätzliche Abfahrt auf. Im Caffé Roccabella in Bivio angekommen, wurde schließlich mit Lumumba und Bier auf eine erfolgreiche Tour angestoßen. Nach einem Abendessen mit reichlich Nachschlag und einer Runde Hornochsen – Hugo wurde vom Thron gestoßen – war ein Teil der Gruppe bereits auf dem Weg ins Bett, als wir vom Hotelpersonal noch von einer Party in der Bar nebenan erfuhren. Diese konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, also machten wir uns auf, um die wunderbaren Tage in Bivio noch gebührend zu feiern.

Am Sonntag ging es nach dem Frühstück, mit tollen Erinnerungen im Gepäck, zurück in die Heimat. Alle waren sich einig, dass Bivio eine Reise wert ist, wir unglaublich viel Spaß hatten und sich jeder in der Gruppe sehr wohl gefühlt hat.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Philipp, Rudi und Stefan für die schönen Tage in der Schweiz, an welche wir sicher noch lange mit einem Lächeln im Gesicht zurückdenken werden.

Leitung: Philipp, Rudi

Herzlichen Dank an die Teilnehmer*innen: Simone, Theresa, Moni, Stefan, Marcel, Tom, Hugo, Lothar, Matthias und Lukas. Vielen Dank auch an Simone für diesen tollen Tourenbericht!